Telefonanlage umstellen: die Checkliste für einen reibungslosen Wechsel
Ein Wechsel der Telefonanlage scheitert selten an der Technik, sondern an vergessenen Rufnummern, unklaren Rufgruppen und fehlender Abstimmung. Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick.
Eine Telefonanlage stellen Sie am sichersten in sieben Schritten um: Bestand erfassen, Rufnummern und Verträge prüfen, Anrufabläufe festlegen, Endgeräte klären, die neue Anlage parallel testen, am Umschalttag portieren und danach nachjustieren. Planen Sie dafür drei bis sechs Wochen ein – der größte Zeitfaktor ist die Rufnummernportierung. Die alte Anlage bleibt bis zur Umschaltung in Betrieb.
Schritt 1: Bestand vollständig erfassen
Die häufigste Ursache für Ärger nach einer Umstellung: Etwas wurde vergessen. Erfassen Sie deshalb vor jedem Angebot:
- alle Rufnummern und Rufnummernblöcke, inklusive Fax- und Sondernummern
- alle Nebenstellen mit Namen, Durchwahl und Standort
- vorhandene Endgeräte mit Modell (Tischtelefone, DECT-Mobilteile, Konferenztelefone)
- Sonderanschlüsse: Türsprechstelle, Faxgerät, Frankiermaschine, Alarmanlage, Aufzugnotruf, Kartenterminal
- Integrationen: CRM- oder Outlook-Anbindung, Wählhilfe, Gesprächsaufzeichnung
Gerade Sonderanschlüsse werden gern übersehen. Ein Aufzugnotruf oder eine Alarmanlage, die über die alte Telefonleitung lief, braucht nach der Umstellung eine Lösung.
Schritt 2: Verträge und Kündigungsfristen prüfen
Prüfen Sie, welche Verträge betroffen sind: Telefonieanschluss, Wartungsvertrag der alten Anlage, Leasing für Hardware, Mobilfunk-Zusatzoptionen.
Wichtig: Kündigen Sie Ihren Telefonanschluss nicht selbst, wenn Sie Ihre Nummern mitnehmen wollen. Die Kündigung läuft in der Regel zusammen mit dem Portierungsauftrag über den neuen Anbieter. Wer vorher selbst kündigt, riskiert, dass die Nummern verfallen. Details dazu im Artikel Rufnummer mitnehmen.
Schritt 3: Anrufabläufe neu durchdenken
Eine Umstellung ist die beste Gelegenheit, Erreichbarkeit zu verbessern. Statt die alte Konfiguration eins zu eins zu übernehmen, klären Sie:
- Wer nimmt Anrufe auf die Zentrale an – und in welcher Reihenfolge?
- Welche Rufgruppen gibt es (Vertrieb, Service, Buchhaltung)?
- Braucht es ein Sprachmenü (IVR) oder reicht eine gute Rufgruppe?
- Was passiert außerhalb der Geschäftszeiten, an Feiertagen und in der Mittagspause?
- Wohin gehen Anrufe, wenn niemand abnimmt – Voicemail, Kollegin, Rückrufbitte?
Tipps für Ansagen und Menüs finden Sie im Artikel Warteschleife und IVR richtig einrichten.
Schritt 4: Endgeräte und Arbeitsplätze festlegen
Klären Sie pro Person, womit telefoniert wird: Tischtelefon, Softphone am PC, Smartphone-App oder eine Kombination. Prüfen Sie, ob vorhandene Geräte mit der neuen Anlage kompatibel sind.
Denken Sie auch an das Netzwerk: IP-Telefone brauchen einen Netzwerkanschluss und Strom, oft über PoE direkt aus dem Switch. Reicht die Zahl der Ports? Ist der Switch PoE-fähig? Für Gespräche über das Internet sollte die Leitung genug Upload-Bandbreite haben – pro gleichzeitigem Gespräch genügen meist rund 100 kbit/s, entscheidend ist aber eine stabile Verbindung.
Schritt 5: Parallel testen, bevor umgeschaltet wird
Die neue Anlage sollte eingerichtet und getestet sein, bevor die erste Rufnummer umzieht. Bewährt hat sich ein Paralleltest: Intern telefonieren alle schon über die neue Anlage, extern läuft noch alles über die alte.
Testen Sie mindestens:
- interne Gespräche und Weiterleitungen
- Rufgruppen, Warteschleife und Sprachmenü
- Apps auf PC und Smartphone, auch aus dem Homeoffice
- Fax per E-Mail, falls genutzt
- CRM- oder Outlook-Anbindung
Planen Sie eine kurze Schulung ein. Zehn Minuten pro Person zu Weiterleitung, Rückfrage und Voicemail ersparen Wochen voller Rückfragen.
Schritt 6: Umschalttag planen
Der Portierungstermin wird zwischen altem und neuem Anbieter abgestimmt. Wählen Sie einen ruhigen Tag – nicht den Monatsabschluss, nicht den Tag vor dem Messeauftritt.
Am Umschalttag selbst:
- Ansprechpartner beim Dienstleister vor Ort oder erreichbar halten
- nach der Umschaltung jede Hauptnummer von außen anrufen, auch vom Mobiltelefon
- Faxnummer, Sondernummern und Durchwahlen prüfen
- Mitarbeitende informieren, wo sie Probleme melden
Kurze Unterbrechungen beim Umschalten einzelner Nummern sind möglich. Planen Sie deshalb keinen wichtigen Kundentermin per Telefon in diesem Zeitfenster.
Schritt 7: Nachjustieren und Altlasten beenden
In den ersten zwei Wochen fällt auf, was im Alltag noch hakt: eine Rufgruppe klingelt zu lange, eine Ansage ist missverständlich, jemand vermisst eine Tastenbelegung. Sammeln Sie diese Punkte und passen Sie sie gebündelt an.
Danach beenden Sie Altlasten: alten Wartungsvertrag kündigen, Hardware fachgerecht entsorgen, Dokumentation aktualisieren. Halten Sie fest, welche Nummer wohin führt – das spart beim nächsten Personalwechsel Zeit.
Die fünf häufigsten Fehler bei der Umstellung
Aus vielen Umstellungen kennen Dienstleister dieselben Muster. Diese Fehler kosten am meisten Nerven:
- Zu spät anfangen: Der Wartungsvertrag läuft in vier Wochen aus, die Portierung braucht aber fünf. Beginnen Sie mindestens zwei, besser drei Monate vor einem festen Termin.
- Alte Konfiguration blind übernehmen: Rufgruppen, die vor zehn Jahren sinnvoll waren, passen oft nicht mehr zur heutigen Teamstruktur. Prüfen Sie jede Gruppe und jede Ansage.
- Das Team nicht einbeziehen: Wer am Empfang sitzt, weiß am besten, welche Anrufe wohin müssen. Holen Sie diese Personen früh an den Tisch.
- Netzwerk unterschätzen: Ein überlasteter Internetanschluss oder ein veralteter Switch führt zu abgehackten Gesprächen. Prüfen Sie Bandbreite und Netzwerktechnik vor der Umstellung.
- Keine Verantwortlichen benennen: Legen Sie fest, wer intern Ansprechpartner ist, wer Änderungen freigibt und wer nach der Umstellung Ansagen und Rufgruppen pflegt.
Ein realistischer Zeitplan
Für einen Betrieb mit 10 bis 50 Arbeitsplätzen hat sich folgende Aufteilung bewährt: eine Woche Bestandsaufnahme und Planung, zwei bis vier Wochen für Portierung und Einrichtung, wenige Tage Paralleltest, ein Umschalttag und rund zwei Wochen Nachbetreuung. Mehrere Standorte oder viele Sonderanschlüsse verlängern die Planung, nicht aber zwingend die Umschaltung selbst.
Wer intern beteiligt sein sollte
Eine Telefonanlage betrifft jeden im Betrieb, aber nicht jeder muss an jedem Termin teilnehmen. Bewährt hat sich ein kleines Kernteam:
- Eine verantwortliche Person aus Geschäftsführung oder Büroleitung, die Entscheidungen trifft und Freigaben erteilt.
- Die Zentrale oder der Empfang, weil dort die meisten Anrufe ankommen und das Wissen über Abläufe liegt.
- Je eine Ansprechperson pro Abteilung für Rufgruppen und Sonderwünsche.
- Ihr IT-Dienstleister oder die interne IT für Netzwerk, Endgeräte und Anbindungen.
Informieren Sie das restliche Team rechtzeitig über Termin, Schulung und Ansprechpartner. Eine kurze Rundmail eine Woche vorher und eine Kurzanleitung am Umschalttag verhindern die meisten Rückfragen.
So übernimmt STKom die Umstellung für Sie
Wir arbeiten diese Checkliste mit Ihnen gemeinsam ab: Bestandsaufnahme, Portierung, Einrichtung, Paralleltest und Schulung. Am Umschalttag sind wir bei Ihnen vor Ort. Bei unserer Cloud-Telefonie ist die Rufnummernportierung kostenfrei, die Umstellung dauert in der Regel drei bis fünf Wochen. Den gesamten Ablauf finden Sie unter Telefonanlage wechseln.
Fragen zur Umstellung
Wie lange dauert die Umstellung einer Telefonanlage?
Rechnen Sie mit drei bis sechs Wochen vom Auftrag bis zur Umschaltung. Den größten Teil nimmt die Rufnummernportierung ein, die zwischen den Anbietern abgestimmt wird. Einrichtung und Test laufen parallel.
Bin ich während der Umstellung erreichbar?
Ja, wenn sauber geplant wird. Die alte Anlage läuft bis zum Umschalttag weiter. Beim Umzug der Nummern kann es zu kurzen Unterbrechungen kommen, deshalb sollte der Termin auf einen ruhigen Tag fallen.
Muss ich meinen alten Telefonvertrag selbst kündigen?
Nein, in der Regel nicht. Wenn Sie Ihre Rufnummern mitnehmen, kündigt der neue Anbieter im Rahmen des Portierungsauftrags. Eine eigene Kündigung vorab kann dazu führen, dass Nummern verloren gehen.
Was passiert mit Fax, Türsprechstelle und Alarmanlage?
Diese Sonderanschlüsse brauchen eine eigene Lösung. Fax läuft meist als Fax-zu-E-Mail weiter. Türsprechstellen und Alarmanlagen werden je nach Modell angebunden oder auf eine Mobilfunklösung umgestellt. Deshalb gehören sie in die Bestandsaufnahme.
Passt oft dazu
Erzählen Sie uns, wo es hakt.
Ein paar Sätze genügen. Wir melden uns zu unseren Geschäftszeiten – mit einer ehrlichen Einschätzung, nicht mit einem Verkaufsgespräch.
- Telefon, Mo–Do 8:30–17:00 Uhr, Fr 8:30–15:30 Uhr05308 935030
- E-Mailinfo@stkom.de
- AdresseBerliner Straße 60, 38165 Lehre