Was ist PoE?
PoE (Power over Ethernet) ist ein Verfahren, bei dem ein Gerät Strom und Daten über dasselbe Netzwerkkabel erhält. IP-Telefone, WLAN-Access-Points oder Kameras brauchen dadurch kein eigenes Netzteil und keine Steckdose in der Nähe.
Wer schon einmal einen Access Point an der Decke montieren wollte, weiß den Vorteil zu schätzen: Ein einziges Kabel genügt, eine Steckdose an der Decke ist überflüssig.
Standards und Leistung
PoE ist in mehreren IEEE-Standards festgelegt. 802.3af liefert bis zu 15,4 Watt pro Anschluss – genug für ein Tischtelefon. 802.3at (PoE+) bietet bis zu 30 Watt, etwa für leistungsfähige Access Points. 802.3bt (PoE++) erlaubt bis zu 60 beziehungsweise 90 Watt, zum Beispiel für schwenkbare Kameras. Die Geräte handeln die benötigte Leistung selbst aus.
Praxis: Umstellung auf IP-Telefone
Ein Autohaus ersetzt seine alte Telefonanlage durch Cloud-Telefonie mit 30 Tischtelefonen. Statt 30 Netzteilen unter den Schreibtischen versorgt ein PoE-Switch im Technikraum alle Telefone. Hängt dieser Switch an einer USV, bleiben die Telefone bei einem kurzen Stromausfall in Betrieb.
Worauf Sie achten sollten
- Das PoE-Budget: Ein Switch liefert insgesamt nur eine bestimmte Wattzahl. Bei vielen Geräten reicht es womöglich nicht für alle Ports.
- Die Klasse muss zum Gerät passen; ein PoE+-Access-Point läuft an einem 802.3af-Port eventuell nur eingeschränkt.
- Kabelqualität und Länge (max. 100 Meter) beachten.
- Für einzelne Geräte gibt es PoE-Injektoren als Zwischenlösung.
Wo PoE typischerweise steckt
Neben Telefonen und WLAN versorgt PoE auch DECT-Basisstationen, Zutrittsleser und Kameras. Es ist damit ein Baustein jeder Planung im lokalen Netzwerk.
Passt oft dazu
Neue Telefone oder Access Points geplant?
Switches mit passendem PoE-Budget planen wir unter Netzwerktechnik, Telefone unter Telefonie-Hardware.