Vergleich

HubSpot oder Pipedrive: Welches CRM passt zu Ihrem Vertrieb?

Beide Systeme sind beliebt bei kleinen und mittleren Unternehmen. Pipedrive ist ein fokussiertes Vertriebswerkzeug, HubSpot eine Plattform für Vertrieb, Marketing und Service. Der Unterschied zeigt sich vor allem bei Wachstum und Kosten.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion STKom, Lehre

Kurz gesagt: Pipedrive eignet sich für Vertriebsteams, die vor allem eine übersichtliche Pipeline und schnelle Einführung wollen. HubSpot lohnt sich, wenn Marketing, Vertrieb und Kundenservice auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten sollen. Die Entscheidung hängt weniger am Funktionsumfang als daran, wie viel davon Sie in zwei Jahren wirklich nutzen.

Zwei unterschiedliche Grundideen

Pipedrive wurde von Vertrieblern für Vertriebler gebaut. Im Mittelpunkt steht die Pipeline: Verkaufschancen wandern als Karten von Phase zu Phase, jede Karte hat eine nächste Aktivität. Wer nichts Geplantes hat, sieht das sofort. Dieser Fokus macht das System leicht verständlich – neue Mitarbeitende arbeiten oft nach einem Tag produktiv damit.

HubSpot startete als Marketing-Software und ist heute eine Plattform aus mehreren „Hubs“: Marketing, Sales, Service, Content und Operations. Alle teilen dieselbe Kontaktdatenbank. Ein Lead aus einem Formular, der Verkaufsprozess und spätere Support-Tickets landen in einer Historie. Das ist mächtig, aber auch umfangreicher. Was ein CRM grundsätzlich leisten sollte, erklärt unser Ratgeber Welches CRM für KMU.

Bedienung und Akzeptanz im Team

Bei der Bedienung liegt Pipedrive vorn, solange es um reinen Vertrieb geht. Die Oberfläche ist schlicht, Aktivitäten und Erinnerungen sind gut sichtbar, die mobile App ist praktisch für den Außendienst.

HubSpot ist ebenfalls gut bedienbar, wirkt durch die vielen Menüpunkte aber schnell überladen – vor allem, wenn niemand aufräumt und Rechte sauber vergibt. Mit klar konfigurierten Ansichten und Pflichtfeldern ist das Problem lösbar. Akzeptanz entsteht in beiden Fällen weniger durch das Werkzeug als durch eine gute Einführung.

Marketing, Service und Automatisierung

Hier liegt der größte Unterschied. HubSpot bringt E-Mail-Marketing, Formulare, Landingpages, Lead-Bewertung, Ticketsystem und Chat mit. Workflows automatisieren Folgeschritte über alle Bereiche hinweg, allerdings erst ab den höheren Paketen in vollem Umfang.

Pipedrive bietet Automatisierungen für den Vertrieb, etwa Aufgaben nach Phasenwechsel oder E-Mail-Sequenzen. Marketing-Funktionen gibt es als Zusatzmodule, die für einfache Newsletter reichen, aber nicht an HubSpot heranreichen. Für Serviceprozesse braucht man meist ein separates Tool. Über die API lassen sich beide Systeme gut anbinden – an Telefonie, ERP oder Buchhaltung.

Kosten über die Laufzeit

Pipedrive rechnet pro Nutzer und Monat ab. Die Pakete liegen grob zwischen rund 15 und 100 € pro Nutzer, abhängig von Funktionsumfang und Zahlweise. Das ist gut planbar.

HubSpot bietet kostenlose CRM-Funktionen und ein günstiges Starter-Paket. Teuer wird es mit Professional: Dort steigen die Kosten je Platz deutlich, hinzu kommt meist eine einmalige Onboarding-Gebühr des Herstellers, im Marketing auch eine Staffelung nach Kontaktzahl. Wer mehrere Hubs auf Professional nutzt, landet schnell bei einem Vielfachen von Pipedrive. Rechnen Sie deshalb immer die Gesamtkosten für drei Jahre, inklusive Einführung. Unser Ratgeber zu CRM-Einführungskosten zeigt, welche Posten dazugehören.

Daten, Datenschutz und Wechsel

Beide Anbieter bieten Rechenzentren in der EU und einen Auftragsverarbeitungsvertrag an. HubSpot ist ein US-Unternehmen, Pipedrive stammt aus Estland, gehört aber inzwischen einem US-Investor. Für die meisten Unternehmen ist beides datenschutzrechtlich handhabbar; prüfen Sie die Verträge mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Ein späterer Wechsel ist in beide Richtungen möglich. Kontakte, Firmen und Deals lassen sich exportieren, Aktivitätenhistorien und Automatisierungen dagegen nur mit Aufwand.

So unterstützt STKom

Wir führen beide Systeme ein und haben kein Interesse daran, Ihnen das größere zu verkaufen. In einem Workshop klären wir Ihre Vertriebs- und Serviceprozesse, danach empfehlen wir eines der beiden – oder ein drittes. Anschließend richten wir Pipeline, Felder, Rechte und Automatisierungen ein, übernehmen Ihre Daten und binden Telefonie oder ERP an. Mehr dazu auf unseren Seiten zur HubSpot-Einführung und zur Pipedrive-Einführung.

Auf einen Blick

HubSpot und Pipedrive im Vergleich

KriteriumHubSpotPipedrive
SchwerpunktPlattform für Marketing, Vertrieb und ServiceVertriebs-Pipeline und Aktivitäten
EinstiegKostenlose CRM-Funktionen, günstiges Starter-PaketKein Gratis-Tarif, günstiger Einstieg pro Nutzer
Kosten bei WachstumSteigen ab Professional deutlichGleichmäßig pro Nutzer
BedienungGut, aber viele MenüsSehr übersichtlich
Marketing-FunktionenUmfangreich (E-Mail, Formulare, Landingpages, Lead-Scoring)Zusatzmodul, eher einfach
Kundenservice/TicketsEigener Service HubNicht im Kern, meist separates Tool
AutomatisierungBereichsübergreifende Workflows (höhere Pakete)Vertriebsautomatisierung
EinführungsaufwandMittel bis hochGering bis mittel
SchnittstellenGroßer Marktplatz, offene APIMarktplatz, offene API
RechenzentrumEU-Hosting möglichEU-Hosting möglich

Vereinfachte Übersicht. Stand 2026, Listenpreise und Funktionsumfang können sich ändern.

Empfehlung

Für wen eignet sich was?

Pipedrive passt, wenn Ihr Vertrieb aus wenigen bis rund 30 Personen besteht, Sie hauptsächlich Angebote und Termine nachverfolgen und Marketing eine Nebenrolle spielt – typisch für Handwerk, technischen Großhandel oder Dienstleister mit persönlichem Vertrieb.

HubSpot passt, wenn Sie Leads über Website und Kampagnen gewinnen, Marketing und Vertrieb enger verzahnen wollen oder Kundenservice im selben System abbilden möchten. Planen Sie dafür Budget für höhere Pakete und eine saubere Einführung ein.

Weder noch, wenn Ihr Vertrieb stark mit ERP-Daten arbeitet, etwa Preislisten, Varianten oder Lagerbestand. Dann lohnt ein Blick auf Dynamics 365 oder auf eine Schnittstelle zum vorhandenen System.

Häufige Fragen

Fragen zu HubSpot und Pipedrive

Ist HubSpot wirklich kostenlos?

Die Basis-CRM-Funktionen sind kostenlos, mit Einschränkungen bei Automatisierung, Berichten und Branding. Für professionellen Vertrieb reicht das selten auf Dauer. Die meisten Unternehmen steigen auf Starter oder Professional um, und erst dort entstehen die eigentlichen Kosten pro Platz.

Kann ich von Pipedrive später zu HubSpot wechseln?

Ja, ein Wechsel ist möglich. Kontakte, Firmen, Deals und Notizen lassen sich übertragen, Automatisierungen und Berichte müssen neu aufgebaut werden. Rechnen Sie mit einigen Wochen Projektzeit. Eine saubere Datenmigration mit Dublettenbereinigung ist dabei wichtiger als die reine Übertragung.

Welches CRM ist leichter einzuführen?

Pipedrive ist in der Regel schneller eingeführt, weil es weniger Bereiche abdeckt. Ein Vertriebsteam kann nach wenigen Tagen produktiv arbeiten. HubSpot braucht mehr Konzeption, vor allem wenn Marketing und Service mitziehen sollen – dafür ersetzt es dann auch mehrere Einzelwerkzeuge.

Lassen sich beide Systeme an die Telefonanlage anbinden?

Ja. Beide bieten Schnittstellen, über die eingehende Anrufe den passenden Kontakt öffnen und Gespräche protokolliert werden. Wie gut das funktioniert, hängt von der Telefonanlage ab. Wir binden beide Systeme an Cloud-Telefonie und Outlook an.

Kontakt

HubSpot oder Pipedrive – wir helfen bei der Entscheidung

Ein paar Sätze genügen. Wir melden uns zu unseren Geschäftszeiten – mit einer ehrlichen Einschätzung, nicht mit einem Verkaufsgespräch.

  • Telefon, Mo–Do 8:30–17:00 Uhr, Fr 8:30–15:30 Uhr05308 935030
  • E-Mailinfo@stkom.de
  • AdresseBerliner Straße 60, 38165 Lehre

AnrufenAnfrage senden