HubSpot oder Salesforce: Was braucht ein mittelständisches Unternehmen?
Salesforce gilt als Branchenstandard für große Vertriebsorganisationen, HubSpot als zugängliche Plattform für den Mittelstand. Beide können viel – der Unterschied liegt im Aufwand, den Sie für Einführung und Betrieb einplanen müssen.
Kurz gesagt: HubSpot ist für die meisten Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitenden schneller einsatzbereit und einfacher zu pflegen. Salesforce spielt seine Stärken aus, wenn Vertriebsprozesse komplex sind, viele Sonderfälle abgebildet werden müssen und intern oder extern dauerhaft Administrationskapazität vorhanden ist.
Plattform gegen Baukasten
HubSpot liefert ein weitgehend fertiges System: Kontakte, Firmen, Deals, Tickets und Marketing-Werkzeuge sind vorkonfiguriert und greifen ineinander. Anpassungen erfolgen über eigene Felder, Pipelines, Objekte und Workflows – meist ohne Programmierung.
Salesforce ist eher ein Baukasten. Das Datenmodell, Oberflächen, Freigabeprozesse und Berechtigungen lassen sich sehr tief anpassen, bis hin zu eigener Programmierung auf der Plattform. Über den AppExchange-Marktplatz gibt es Erweiterungen für nahezu jede Branche. Diese Freiheit ist der Grund, warum Konzerne Salesforce wählen – und der Grund, warum kleine Teams damit oft überfordert sind.
Einführung und laufende Administration
Eine HubSpot-Einführung für ein mittelständisches Vertriebsteam dauert typischerweise einige Wochen bis wenige Monate. Danach kann eine geschulte Person im Unternehmen das System pflegen.
Salesforce-Projekte sind meist größer. Neben der Einführung braucht es eine Rolle, die das System dauerhaft betreut: neue Felder, Berechtigungen, Berichte, Updates der Erweiterungen. In größeren Unternehmen ist das eine eigene Stelle, im Mittelstand übernimmt es oft ein Dienstleister. Diese laufenden Kosten fehlen in vielen Vergleichen. Wie Sie ein Projekt realistisch planen, beschreibt der Ratgeber CRM einführen in Schritten.
Kosten realistisch vergleichen
Bei den Lizenzen sind beide Anbieter im professionellen Bereich nicht günstig. HubSpot Professional liegt je nach Hub bei rund 90 bis 150 € pro Platz und Monat, dazu kommt meist eine einmalige Onboarding-Gebühr. Salesforce bietet günstige Einstiegspakete für kleine Teams, die verbreitete Enterprise Edition liegt aber deutlich über 100 € pro Nutzer und Monat. Alle Werte sind gerundete Listenpreise mit Stand 2026.
Entscheidend ist der Gesamtaufwand: Bei Salesforce fallen häufig mehr Projekttage und laufende Betreuung an, bei HubSpot steigen die Kosten, wenn Sie mehrere Hubs auf höherem Niveau benötigen. Ein Vergleich über drei Jahre inklusive Einführung ist aussagekräftiger als jede Lizenztabelle.
Integration in die bestehende IT
Beide Systeme haben offene Schnittstellen und zahlreiche fertige Konnektoren. Salesforce ist in Konzernumgebungen mit SAP oder komplexen ERP-Systemen verbreiteter, entsprechend gibt es dafür etablierte Integrationslösungen. HubSpot bindet gängige Mittelstandssoftware gut an, bei Spezialsoftware arbeiten wir mit eigenen Schnittstellen über die API.
Für die Microsoft-Welt gilt: Beide integrieren sich mit Outlook und Teams, keines so tief wie Microsofts eigenes Dynamics 365.
Marketing und Kundenservice
HubSpot hat seinen Ursprung im Marketing und bietet diesen Bereich in einer zusammenhängenden Oberfläche an. Salesforce deckt Marketing und Service mit eigenen Produkten ab, die teils separat lizenziert werden und eigene Einführungsprojekte bedeuten. Für Unternehmen, die alles aus einer Datenbank steuern wollen, ist HubSpot meist der kürzere Weg.
Typische Fehler bei der Auswahl
Der häufigste Fehler ist eine Auswahl nach Funktionslisten. Beide Systeme können auf dem Papier fast alles, die Frage ist, mit welchem Aufwand. Lassen Sie sich deshalb in einer Vorführung Ihre eigenen Abläufe zeigen – etwa ein Angebot mit Freigabe oder die Übergabe vom Vertrieb an die Auftragsabwicklung – statt einer Standardpräsentation.
Ein zweiter Fehler ist, nur die ersten zwölf Monate zu rechnen. Lizenzen steigen mit Nutzerzahl und Paketstufe, und Salesforce-Umgebungen wachsen mit jeder Anpassung, die später gepflegt werden muss. Drittens wird die Datenübernahme unterschätzt: Dubletten, uneinheitliche Firmennamen und veraltete Kontakte aus Excel oder einem Alt-CRM sollten vor dem Import bereinigt werden. Das gilt für beide Systeme gleichermaßen und entscheidet stark darüber, ob das Vertriebsteam dem neuen CRM vertraut.
Schließlich lohnt der Blick auf die Menschen: Wer pflegt das System in zwei Jahren? Wenn die Antwort unklar ist, spricht das eher für die einfachere Lösung.
So unterstützt STKom
Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihre Anforderungen Salesforce wirklich brauchen oder ob ein schlankeres System reicht. Bei Salesforce übernehmen wir Konzeption, Einrichtung und Schnittstellen, bei HubSpot zusätzlich den Health Check bestehender Portale. Details finden Sie unter Salesforce-Einführung und HubSpot-Agentur.
HubSpot und Salesforce im Vergleich
| Kriterium | HubSpot | Salesforce |
|---|---|---|
| Zielgruppe | KMU und Mittelstand | Mittelstand bis Konzern |
| Anpassbarkeit | Hoch, meist ohne Code | Sehr hoch, bis zur Programmierung |
| Einführungsdauer | Wochen bis wenige Monate | Meist mehrere Monate |
| Laufende Administration | Interne Fachkraft reicht oft | Admin-Rolle oder Dienstleister nötig |
| Marketing | Integriert in einer Plattform | Eigene Produkte, separat lizenziert |
| Lizenzkosten (Profi-Pakete) | Rund 90–150 € pro Platz + Onboarding | Enterprise deutlich über 100 € pro Nutzer |
| Erweiterungen | Marktplatz mit vielen Apps | AppExchange, sehr groß |
| Bedienung | Einheitlich, schnell erlernbar | Mächtig, stärker schulungsbedürftig |
| Berichte | Gut, ab Professional flexibel | Sehr umfangreich |
Gerundete Listenpreise ohne Rabatte und Steuern. Stand 2026, Listenpreise und Funktionsumfang können sich ändern.
Für wen eignet sich was?
HubSpot ist die bessere Wahl für die meisten Unternehmen mit bis zu einigen Dutzend CRM-Nutzern, die schnell produktiv werden wollen und keine eigene CRM-Administration aufbauen möchten – besonders, wenn Marketing eine Rolle spielt.
Salesforce lohnt sich bei komplexen Vertriebsstrukturen: mehrere Gesellschaften oder Länder, aufwendige Freigabeprozesse, Partnervertrieb, viele individuelle Objekte. Ebenso, wenn eine Konzernmutter Salesforce vorgibt.
Wenn Ihr Unternehmen stark in Microsoft 365 arbeitet, gehört auch Dynamics 365 auf die Liste.
Fragen zu HubSpot und Salesforce
Ist Salesforce für kleine Unternehmen zu groß?
Nicht zwingend, aber oft. Salesforce bietet Einstiegspakete für kleine Teams. Der Aufwand entsteht bei Anpassung und Pflege: Wer das System nach Jahren noch sauber betreiben will, braucht jemanden, der es versteht. Für kleine Vertriebe ohne Sonderprozesse ist ein einfacheres CRM meist wirtschaftlicher.
Was kostet eine Salesforce-Einführung im Mittelstand?
Das hängt stark vom Umfang ab. Neben den Lizenzen fallen Projekttage für Konzeption, Einrichtung, Datenübernahme und Schulung an, später Kosten für die Betreuung. Wir erstellen nach einem Workshop ein Angebot in Etappen mit Festpreis, damit Sie die Kosten pro Projektschritt kennen.
Kann HubSpot mit komplexen Prozessen umgehen?
In vielen Fällen ja. Mit eigenen Objekten, mehreren Pipelines und Workflows bildet HubSpot auch anspruchsvolle Abläufe ab. Grenzen zeigen sich bei sehr feinen Berechtigungen, mehrstufigen Freigaben oder tiefen Sonderlogiken. Diese prüfen wir vor der Entscheidung anhand Ihrer konkreten Fälle.
Passt oft dazu
HubSpot oder Salesforce – lassen Sie uns Ihren Fall durchgehen
Ein paar Sätze genügen. Wir melden uns zu unseren Geschäftszeiten – mit einer ehrlichen Einschätzung, nicht mit einem Verkaufsgespräch.
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