Anrufweiterleitung einrichten: Arten, Wege und Stolperfallen
Ob Urlaub, Außentermin oder Feierabend: Eine Rufumleitung sorgt dafür, dass Anrufe dort ankommen, wo jemand abheben kann. Welche Arten es gibt, wo Sie sie einrichten – und was dabei schiefgehen kann.
Eine Anrufweiterleitung leitet eingehende Anrufe an ein anderes Ziel um – sofort, bei besetzt, wenn niemand abhebt oder zu bestimmten Zeiten. In Unternehmen richten Sie sie am besten zentral in der Telefonanlage ein, nicht am einzelnen Gerät. Am Handy funktionieren standardisierte GSM-Codes wie **21*Nummer#. Achten Sie auf Kosten für Weiterleitungen ins Mobilnetz und darauf, Umleitungen wieder zu entfernen.
Die vier Arten der Weiterleitung
Fast jedes Telefonsystem unterscheidet dieselben vier Fälle:
- Sofort (ständig): Jeder Anruf geht direkt an das neue Ziel, das eigene Telefon klingelt nicht. Typisch für Urlaub oder Homeoffice-Tage.
- Bei besetzt: Nur wenn Sie im Gespräch sind, geht der Anruf weiter – etwa an eine Kollegin.
- Bei Nichtmelden: Nach einer festgelegten Klingeldauer, meist 15 bis 25 Sekunden, springt der Anruf um.
- Bei Nichterreichbarkeit: Wenn das Gerät aus oder ohne Netz ist, vor allem bei Handys und Apps.
Dazu kommt in Telefonanlagen die zeitgesteuerte Weiterleitung: Außerhalb der Geschäftszeiten oder an Feiertagen geht der Anruf an Mailbox, Ansage oder einen Assistenten.
Wo die Weiterleitung eingestellt wird
Es gibt drei Ebenen, und das sorgt oft für Verwirrung:
- In der Telefonanlage: Die Anlage leitet um, bevor ein Endgerät beteiligt ist. Das ist die sauberste Lösung, weil sie zentral sichtbar ist und unabhängig vom Gerät funktioniert. In Cloud-Anlagen geht das meist über ein Webportal oder die App.
- Am Endgerät: Viele Tischtelefone haben eine eigene Umleitungstaste. Praktisch, aber unübersichtlich – niemand sieht zentral, welches Telefon gerade wohin umleitet.
- Beim Netzbetreiber: Bei Mobilfunk- und manchen Festnetzanschlüssen leitet das Netz um. Eingestellt wird das per Tastencode oder im Kundenportal.
Legen Sie im Unternehmen fest, welche Ebene gilt. Sonst entstehen Ketten, in denen das Telefon zur Anlage umleitet und die Anlage wieder zum Telefon.
GSM-Codes für das Handy
Für Mobiltelefone gibt es standardisierte Codes, die bei den deutschen Netzbetreibern in der Regel funktionieren. Sie werden wie eine Telefonnummer gewählt und mit der Anruftaste bestätigt; „Ziel“ steht für die Zielrufnummer mit Vorwahl. Die vollständige Liste finden Sie in der Tabelle unten auf dieser Seite. Die drei wichtigsten zum Merken: Mit dem Code für „sofort“ leiten Sie alles um, mit dem Code für „Nichtmelden“ bekommen Sie selbst noch eine Chance abzuheben, und ##002# löscht alle Umleitungen auf einen Schlag.
Einzelne Tarife oder Anbieter können abweichen; im Zweifel hilft die Anleitung des Netzbetreibers. In der App einer Cloud-Anlage stellen Sie Umleitungen dagegen direkt in den Einstellungen ein – für Cloudya beschreibt das die Seite Rufumleitung in der Cloudya-App.
Weiterleiten an wen?
Das Ziel ist mindestens so wichtig wie die Technik:
- An eine Person: einfach, aber wenn diese nicht abhebt, ist der Anruf verloren.
- An eine Rufgruppe: mehrere Kollegen, von denen einer frei ist. Meist die beste Wahl.
- An eine Mailbox: nur, wenn sie regelmäßig abgehört wird.
- An einen Dienstleister: Telefonservice oder KI-Telefonassistent, etwa nach Feierabend. Was ein externer Service am Markt kostet, zeigt der Ratgeber Telefonservice-Kosten.
Leiten Sie nicht in Ketten weiter. Ein Anruf, der dreimal springt, landet oft im Nichts oder bei der falschen Mailbox.
Kostenfallen bei Weiterleitungen
Wer eine Weiterleitung einrichtet, zahlt in der Regel den weitergeleiteten Teil des Gesprächs. Ruft ein Kunde Ihre Festnetznummer an und die Anlage leitet auf ein Handy weiter, entsteht eine zweite Verbindung von Ihrem Anschluss zum Mobilnetz. Bei Flatrates ist das oft abgedeckt, bei manchen Tarifen nicht. Im Ausland können Weiterleitungen auf ein Handy teuer werden, wenn Roaming im Spiel ist.
Prüfen Sie deshalb Ihren Tarif, bevor Sie dauerhaft ins Mobilnetz umleiten. In Cloud-Anlagen ist die App oft die günstigere Alternative zur Weiterleitung, weil der Anruf über die Datenverbindung läuft.
Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Vergessene Umleitung: Nach dem Urlaub klingelt es weiter bei der Vertretung. Lösung: Umleitungen mit Enddatum oder Kalendererinnerung.
- Mailbox schnappt zuerst zu: Die Handy-Mailbox nimmt nach zehn Sekunden ab, bevor die Anlage umleiten kann. Lösung: Klingeldauer aufeinander abstimmen oder die Mailbox des Handys deaktivieren.
- Falsche Nummer angezeigt: Bei Weiterleitungen wird manchmal die Nummer der Firma statt des Anrufers übermittelt. Lösung: Einstellung der Rufnummernanzeige in der Anlage prüfen.
- Niemand weiß Bescheid: Kollegen wundern sich über fremde Anrufe. Lösung: Umleitungen im Team ankündigen, Präsenzstatus nutzen.
Drei typische Szenarien aus dem Büroalltag
Urlaub
Die persönliche Durchwahl wird für die Dauer des Urlaubs sofort auf die Vertretung oder die Sammelnummer des Teams umgeleitet, mit Enddatum. Die Ansage der persönlichen Mailbox nennt zusätzlich das Rückkehrdatum.
Außendienst
Bei Nichtmelden nach 20 Sekunden geht der Anruf auf die App des Smartphones oder auf die Rufgruppe im Innendienst. So gehen Kundenanrufe nicht verloren, während der Kollege unterwegs ist.
Feierabend
Die Hauptnummer leitet außerhalb der Geschäftszeiten zeitgesteuert auf eine Ansage, eine Mailbox oder einen Assistenten. Wichtig ist, dass diese Regel in der Anlage hinterlegt ist und nicht davon abhängt, dass jemand abends eine Taste drückt.
GSM-Codes für die Rufumleitung am Handy
| Umleitung | Einschalten | Ausschalten | Status abfragen |
|---|---|---|---|
| Sofort, alle Anrufe | **21*Ziel# | ##21# | *#21# |
| Bei besetzt | **67*Ziel# | ##67# | *#67# |
| Bei Nichtmelden | **61*Ziel# | ##61# | *#61# |
| Bei Nichtmelden nach 15 Sekunden | **61*Ziel*15# | ##61# | *#61# |
| Bei Nichterreichbarkeit | **62*Ziel# | ##62# | *#62# |
| Alle Umleitungen | – | ##002# | – |
Standardcodes der Mobilfunknetze; einzelne Tarife und Anbieter können abweichen. Die Klingeldauer ist meist zwischen 5 und 30 Sekunden in 5er-Schritten wählbar.
So unterstützt STKom bei Rufumleitungen
In unserer Cloud-Telefonie legen wir Umleitungsregeln zentral an: zeitgesteuert, bei besetzt, bei Nichtmelden, auf Rufgruppen, Handys oder eine Ansage. Mitarbeitende ändern ihre persönliche Umleitung selbst in der App, ohne dass die Gesamtlogik durcheinandergerät. Für die Zeit nach Feierabend kann das Ziel auch ein KI-Telefonassistent sein, der Anliegen aufnimmt statt nur auf ein Band zu verweisen.
Fragen zur Anrufweiterleitung
Wie richte ich eine Rufumleitung am Handy ein?
Am einfachsten über die Telefoneinstellungen des Smartphones oder mit GSM-Codes: **21*Zielnummer# leitet alle Anrufe sofort um, ##002# löscht alle Umleitungen. Für Umleitungen nur bei besetzt oder Nichtmelden gibt es eigene Codes. Bei Firmentelefonen ist die Einstellung in der Telefonanlage meist die bessere Wahl.
Kostet eine Anrufweiterleitung Geld?
Häufig ja, denn der weitergeleitete Teil des Gesprächs wird Ihrem Anschluss berechnet. Bei Flatrates ins deutsche Fest- und Mobilnetz fällt oft nichts zusätzlich an. Im Ausland oder bei Tarifen ohne Flatrate können Kosten entstehen. Prüfen Sie Ihren Vertrag.
Sieht der Angerufene, wer ursprünglich angerufen hat?
Das hängt von der Einstellung ab. Viele Anlagen übermitteln die Nummer des ursprünglichen Anrufers, sodass das Ziel weiß, wer dran ist. Manche Netze oder Tarife zeigen stattdessen die weiterleitende Nummer. Testen Sie das nach der Einrichtung mit einem Anruf von außen.
Wie lange sollte es klingeln, bevor weitergeleitet wird?
Bewährt haben sich 15 bis 25 Sekunden, das entspricht etwa vier bis sechs Klingeltönen. Kürzer lässt kaum Zeit zum Abnehmen, länger verlieren Anrufer die Geduld. Achten Sie darauf, dass keine Mailbox vorher zuschnappt.
Kann ich auch eine Festnetznummer auf mein Handy umleiten?
Ja. In einer Telefonanlage richten Sie die Umleitung für die Durchwahl im Portal oder in der App ein. Bei einem einfachen Festnetzanschluss geht es meist über das Kundenportal des Anbieters oder über Tastencodes laut dessen Anleitung. Beachten Sie mögliche Gesprächskosten für die Verbindung ins Mobilnetz.
Passt oft dazu
Erzählen Sie uns, wo es hakt.
Ein paar Sätze genügen. Wir melden uns zu unseren Geschäftszeiten – mit einer ehrlichen Einschätzung, nicht mit einem Verkaufsgespräch.
- Telefon, Mo–Do 8:30–17:00 Uhr, Fr 8:30–15:30 Uhr05308 935030
- E-Mailinfo@stkom.de
- AdresseBerliner Straße 60, 38165 Lehre