Telefonie & KI

KI-Sekretärin: Was ein KI-Telefonassistent im Büro wirklich übernimmt

„KI-Sekretärin“ klingt nach Science-Fiction, beschreibt aber ein Werkzeug, das heute in vielen Büros läuft: einen Telefonassistenten, der Anrufe annimmt, Anliegen aufnimmt und Termine vergibt. Was dahintersteckt – nüchtern betrachtet.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion STKom, Lehre

Eine KI-Sekretärin ist ein KI-Telefonassistent, der Anrufe in natürlicher Sprache annimmt, Anliegen und Kontaktdaten erfasst, einfache Fragen beantwortet, Termine einträgt und Gespräche bei Bedarf an Menschen übergibt. Sie ersetzt kein Sekretariat, sondern übernimmt die wiederkehrenden Telefonate – vor allem dann, wenn sonst niemand abheben würde. Grenzen liegen bei Beratung, Verhandlung und allem, was Fingerspitzengefühl verlangt.

Was mit „KI-Sekretärin“ gemeint ist

Der Begriff ist umgangssprachlich. Technisch handelt es sich um einen KI-Telefonassistenten, manchmal auch Voice Agent genannt. Er verbindet drei Bausteine: Spracherkennung, die gesprochene Worte in Text umwandelt; ein Sprachmodell (LLM), das den Text versteht und eine Antwort formuliert; und eine synthetische Stimme, die diese Antwort spricht. Dazu kommen Regeln, die Sie vorgeben: was der Assistent sagen darf, welche Angaben er abfragt und wohin er die Ergebnisse schickt.

Der Unterschied zum klassischen Sprachmenü: Anrufer müssen keine Tasten drücken und keine vorgegebenen Begriffe treffen. Sie sagen einfach, was sie wollen – so wie bei einer echten Sekretärin.

Aufgaben, die sie gut übernimmt

Ein KI-Assistent ist stark bei Gesprächen, die einem wiederkehrenden Muster folgen:

  • Anrufannahme und Rückrufbitten: Name, Nummer, Anliegen, Dringlichkeit – sauber erfasst und bestätigt.
  • Terminvereinbarung: freie Zeiten aus dem Kalender anbieten, Termin eintragen, Bestätigung senden. Mehr unter Terminvereinbarung.
  • Standardfragen: Öffnungszeiten, Anfahrt, angebotene Leistungen, benötigte Unterlagen.
  • Vorqualifizierung: bei Anfragen die wichtigsten Eckdaten abfragen, bevor ein Mensch übernimmt.
  • Weiterleitung: dringende Fälle nach festen Kriterien an eine Rufgruppe durchstellen.
  • Erreichbarkeit rund um die Uhr: abends, am Wochenende, in der Mittagspause.

Der letzte Punkt ist eine Eigenschaft des Produkts. Das heißt nicht, dass Ihr Team dann auch nachts reagiert – der Assistent nimmt auf, bearbeitet wird zu Ihren Geschäftszeiten.

Aufgaben, die beim Menschen bleiben

Ehrlich betrachtet gibt es viele Telefonate, die eine KI nicht führen sollte:

  • Beratung mit Verantwortung: rechtliche, steuerliche, medizinische oder technische Einschätzungen.
  • Verhandlungen und Preisgespräche: alles, was Ermessen erfordert.
  • Reklamationen und Konflikte: Hier zählt Empathie, und der Kunde soll merken, dass ihn ein Mensch ernst nimmt.
  • Sehr seltene oder komplexe Anliegen: Für jeden Einzelfall Regeln zu schreiben, lohnt nicht.
  • Alles, was nicht freigegeben ist: Ein guter Assistent sagt dann „Das kann ich Ihnen nicht beantworten, ich gebe es weiter“ – statt zu raten.

Eine echte Sekretärin organisiert außerdem weit mehr als das Telefon: Post, Termine der Geschäftsführung, Reisen, Ablage, Empfang. Die KI-Sekretärin ist daher eher eine Telefon-Assistenz als ein Ersatz für die Stelle.

Wie Anrufer reagieren

Die häufigste Sorge: Kunden legen auf, wenn eine Maschine abhebt. Entscheidend ist weniger die Technik als der Gesprächsverlauf. Anrufer akzeptieren einen Assistenten gut, wenn er sich klar als KI zu erkennen gibt, schnell zum Punkt kommt und ihr Anliegen tatsächlich erledigt. Ärgerlich wird es, wenn er sich als Mensch ausgibt, im Kreis fragt oder keinen Weg zu einem Menschen anbietet. Hintergründe im Ratgeber Akzeptanz bei Anrufern.

Ein bewährter Satz zur Begrüßung lautet etwa: „Guten Tag bei {Firma}. Ich bin der digitale Assistent und nehme Ihr Anliegen gern auf. Wenn Sie lieber mit einem Menschen sprechen möchten, sagen Sie es einfach.“

Datenschutz und Transparenz

Ein KI-Assistent verarbeitet personenbezogene Daten: Stimme, Namen, Telefonnummern, Anliegen. Dafür braucht es eine Rechtsgrundlage, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter, Klarheit über den Speicherort der Daten und festgelegte Löschfristen. Anrufer sollten zu Beginn erfahren, dass sie mit einer KI sprechen. Ob Gespräche aufgezeichnet oder nur als Zusammenfassung gespeichert werden, ist eine bewusste Entscheidung. Einzelheiten im Ratgeber KI-Telefonassistent und DSGVO.

In sensiblen Bereichen wie Arztpraxen gelten strengere Maßstäbe. Dort sollte der Assistent nur organisatorische Angaben erfassen, keine Befunde.

KI-Sekretärin, Telefonservice oder Anrufbeantworter?

Es gibt drei Wege, die Telefonlücke zu schließen. Ein Anrufbeantworter ist günstig, aber viele hinterlassen keine Nachricht. Ein externer Telefonservice mit echten Menschen wirkt persönlich, rechnet aber meist pro Anruf oder Minute ab und kennt Ihr Geschäft nur aus dem Briefing; was das am Markt kostet, zeigt der Ratgeber Telefonservice-Kosten. Ein KI-Assistent ist rund um die Uhr verfügbar, gleich gut gelaunt und schreibt direkt in Ihre Systeme, braucht aber eine sorgfältige Einrichtung.

Für viele Betriebe ist eine Kombination sinnvoll: tagsüber das eigene Team, im Überlauf und nach Feierabend der Assistent.

So starten Sie

  1. Zwei Wochen lang Anrufe zählen und nach Anliegen sortieren.
  2. Einen klaren ersten Einsatzfall wählen, etwa die Annahme nach Feierabend.
  3. Begrüßung, Pflichtfragen und freigegebene Antworten formulieren.
  4. Auf einer Testnummer intern ausprobieren.
  5. Stufenweise live gehen und Protokolle in den ersten Wochen mitlesen.

Die Phasen im Detail beschreibt der Ratgeber KI-Telefonassistent einführen.

Ein Beispielgespräch

So kann ein Anruf ablaufen, den eine KI-Sekretärin abends in einem Handwerksbetrieb annimmt:

  • Assistent: „Guten Abend bei {Firma}. Ich bin der digitale Assistent. Wie kann ich helfen?“
  • Anruferin: „Bei uns tropft seit heute der Wasserhahn in der Küche, und ich bräuchte jemanden.“
  • Assistent: „Das nehme ich gern auf. Wie ist Ihr Name, und wo befindet sich die Küche – also unter welcher Adresse?“
  • Anruferin: nennt Name und Adresse.
  • Assistent: „Danke. Unter welcher Nummer erreichen wir Sie morgen? … Ich wiederhole: null eins sieben null … Ist das richtig?“
  • Assistent: „Ich habe notiert: tropfender Wasserhahn in der Küche, Rückruf morgen früh. Das Team meldet sich ab acht Uhr. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Am nächsten Morgen liegt die Notiz mit allen Angaben im Postfach oder im Auftragssystem. Wie so etwas in der Branche aussieht, zeigt die Seite KI-Telefonassistent für das Handwerk.

STKom

So unterstützt STKom bei der KI-Sekretärin

Wir richten den KI-Telefonassistenten als Teil Ihrer Telefonanlage ein: Begrüßung und Gesprächsablauf, Anbindung an Kalender und CRM, Übergabe an Ihr Team. Am einfachsten gelingt das mit unserer Cloud-Telefonie; bestehende Anlagen prüfen wir im Einzelfall. Der Preis richtet sich nach Ihrem Anrufvolumen, ein Angebot erhalten Sie nach dem Erstgespräch. Wie der Assistent technisch arbeitet, zeigt die Seite So funktioniert es.

Häufige Fragen

Fragen zur KI-Sekretärin

Merken Anrufer, dass sie mit einer KI sprechen?

Sie sollten es merken – und zwar von Anfang an. Der Assistent stellt sich als digitaler Assistent vor. Moderne Stimmen klingen sehr natürlich, aber eine Täuschung schadet dem Vertrauen und ist mit Blick auf Transparenzpflichten nicht zu empfehlen.

Ersetzt eine KI-Sekretärin eine Bürokraft?

In der Regel nicht. Sie übernimmt wiederkehrende Telefonate und die Zeiten, in denen niemand abhebt. Die Bürokraft gewinnt dadurch Zeit für Aufgaben, die Erfahrung und Urteilsvermögen brauchen. In kleinen Betrieben ohne eigenes Sekretariat kann sie die Telefonannahme aber weitgehend abdecken.

Kann die KI-Sekretärin Termine direkt eintragen?

Ja, wenn sie mit Ihrem Kalender verbunden ist. Sie bietet freie Zeiten an, trägt den Termin ein und kann eine Bestätigung verschicken. Welche Kalender oder Buchungssysteme sich anbinden lassen, klären wir vor dem Projekt.

Was passiert, wenn die KI etwas nicht versteht?

Ein gut eingerichteter Assistent fragt einmal nach und bietet dann einen anderen Weg an: Rückrufbitte aufnehmen oder an einen Menschen weiterleiten. Er rät nicht und erfindet keine Antworten zu Themen, die nicht freigegeben sind.

Für welche Branchen eignet sich eine KI-Sekretärin?

Für alle, in denen viele ähnliche Anrufe eingehen und das Team oft nicht abheben kann: Handwerk, Praxen, Kanzleien, Hausverwaltungen, Autohäuser und Werkstätten. Entscheidend ist weniger die Branche als die Frage, ob sich die häufigsten Anliegen mit wenigen Fragen sauber aufnehmen lassen.

Kontakt

Erzählen Sie uns, wo es hakt.

Ein paar Sätze genügen. Wir melden uns zu unseren Geschäftszeiten – mit einer ehrlichen Einschätzung, nicht mit einem Verkaufsgespräch.

  • Telefon, Mo–Do 8:30–17:00 Uhr, Fr 8:30–15:30 Uhr05308 935030
  • E-Mailinfo@stkom.de
  • AdresseBerliner Straße 60, 38165 Lehre

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