Was ist ein Codec?
Ein Codec (von Coder/Decoder) wandelt Sprache in digitale Daten um und beim Empfänger wieder zurück. Er bestimmt, wie gut ein Telefonat klingt und wie viel Bandbreite es benötigt.
Wenn zwei Telefone miteinander sprechen, handeln sie zuerst aus, welchen Codec beide beherrschen. Davon hängt ab, ob das Gespräch dumpf oder klar klingt.
Die gängigen Verfahren
- G.711: klassische Telefonqualität, unkomprimiert, rund 90 bis 100 kbit/s je Richtung inklusive Netzwerk-Overhead
- G.722: Breitband für HD Voice, bei ähnlicher Bandbreite deutlich natürlicher
- Opus: flexibler, moderner Codec, vor allem in Apps und Browsern, passt sich der Leitung an
- G.729: stark komprimiert, früher für schmale Leitungen genutzt, heute seltener
Warum die ganze Strecke zählt
Ein Gespräch läuft nur so gut wie das schwächste Glied. Unterstützt eine Gegenstelle nur G.711, fällt die Verbindung auf diese Qualität zurück. Muss zwischen zwei Codecs umgerechnet werden, kostet das Klang und Zeit. Ins Mobilnetz oder zu älteren Anlagen sind HD-Gespräche deshalb nicht immer möglich.
Praktische Bedeutung
Für die Planung der Internetleitung ist der Codec die Rechengrundlage, siehe Ratgeber Cloud-Telefonie: Welche Internetleitung?. Bei Faxübertragung sind stark komprimierende Verfahren ungeeignet. In einer Cloud-Telefonanlage ist die Auswahl üblicherweise voreingestellt.
Codecs und KI-Telefonassistenten
Auch ein KI-Telefonassistent hängt vom Codec ab: Je sauberer die Sprache ankommt, desto zuverlässiger arbeitet die Spracherkennung. Breitband-Codecs übertragen Zischlaute und Konsonanten deutlicher, was bei Namen, Adressen und Rufnummern spürbar weniger Rückfragen erzeugt. Stark komprimierte Verbindungen erhöhen dagegen die Fehlerquote.
Passt oft dazu
Ihre Gespräche klingen dumpf?
HD-fähige Endgeräte finden Sie unter Telefonie-Hardware.